Familie

Sparen für Kinder: So legen Sie den Grundstein für die finanzielle Unabhängigkeit Ihrer Kinder

Wenn es um die finanzielle Zukunft unserer Kinder geht, ist Frühstart der Schlüssel. Fassen Sie langfristige Sparziele für Ihre Kinder oder Enkelkinder ins Auge und sorgen Sie dafür, dass sie sich später einmal weniger Sorgen um ihre finanzielle Unabhängigkeit machen müssen. Den ersten Schritt in eine finanziell sichere Zukunft gehen Kinder nicht selbst – sondern Sie.

von Laura Pfeffer
10. Oktober 2023
Ein männlicher Teenager sitzt auf einem Sofa in seinem Zimmer und nimmt eine Bankkarte von seiner Mutter an

Legen Sie früh los

Der frühe Vogel fängt den Wurm – und beim Sparen für Kinder gilt dasselbe Prinzip. Je früher Sie mit dem Sparen beginnen, desto mehr Zeit hat das Geld, zu arbeiten und zu wachsen. Schon kleine monatliche Beiträge können sich über die Jahre zu einer beeindruckenden Summe addieren. Beim Sparen für Kinder ist der Zeitfaktor sogar der wichtigste Aspekt, denn in der Regel werden Schwankungen an den Kapitalmärkten durch einen langen Anlagehorizont ausgeglichen.

Ein weiterer Vorteil des frühen Anfangs ist die Vorbereitung auf kommende Ausgaben im Leben eines Kindes. Ob es nun um die Zahnspange, den Führerschein oder das Studium geht, frühzeitiges Sparen kann die finanzielle Belastung erheblich reduzieren.

Fassen Sie konkrete Sparziele ins Auge

Im Leben junger Menschen gibt es immer wieder Ereignisse, die mit erheblichen Kosten verbunden sind und Eltern finanziell fordern können. Eine vorausschauende Sparstrategie hilft, sich gezielt auf solche Ausgaben vorzubereiten. Es kann sinnvoll sein, frühzeitig abzuschätzen, welche Kosten auf Sie zukommen und wie viel Sie monatlich dafür zurücklegen können.

Typische Sparziele sind:

Zahnspange: Eine der ersten großen finanziellen Verpflichtungen kann die Zahnspange sein. Die Kosten hierfür können erheblich sein, je nach Art und Dauer der Behandlung sind mehr als tausend Euro nicht selten.

Führerschein: Der Führerschein ist ein wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit und vor allem in ländlichen Regionen unabdingbar. Die Fahrstunden und das Ablegen der Fahrprüfung sind allerdings mit hohen Kosten verbunden.

Studium oder Ausbildung: Nach dem Schulabschluss möchte Ihr Kind auf eigenen Beinen stehen. Ein Studium ist mit hohen Ausgaben verbunden, und auch während einer Ausbildung reicht das Gehalt oft nicht aus, um einen eigenen Haushalt zu finanzieren. Durch frühzeitiges Sparen lassen sich finanzielle Engpässe vermeiden.

Bleiben Sie dran

Das Sparen erfordert Durchhaltevermögen. Auch wenn es finanziell mal enger wird, ist Kontinuität wichtig. Kleine Beträge regelmäßig einzuzahlen, ist oft effektiver als große Summen sporadisch beizusteuern. Am besten richten Sie sich einen Sparplan ein. So werden automatisch jeden Monat die entsprechenden Summen eingezahlt und Sie kommen nicht in Versuchung, das Geld für andere Dinge auszugeben.

Die Finanzmärkte können schwanken, und das ist normal. Bleiben Sie ruhig und lassen Sie sich nicht von kurzfristigen Schwankungen beeindrucken. Langfristige Sparpläne sind darauf ausgerichtet, Höhen und Tiefen auszugleichen. Wenn Sie sich zum Beispiel für einen Fondssparplan für Ihr Kind entscheiden, sorgt der Cost-Average-Effekt dafür, dass Sie langfristig einen günstigen Anteilspreis erzielen – und das unabhängig von den Schwankungen der Märkte. Denn wenn Sie immer dieselbe Summe einzahlen, erwerben Sie in Phasen niedriger Kurse dafür mehr Anteile.

Wählen Sie die richtige Geldanlage für Ihr Kind

Je nachdem, wie es derzeit um Ihren finanziellen Spielraum bestellt ist, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, ein Geldanlage-Portfolio für Ihr Kind aufzubauen. Informieren Sie sich vorab über die möglichen Risiken verschiedener Geldanlage-Produkte und wählen Sie das für Sie passende Produkt aus. Anlagen mit hoher Sicherheit, wie zum Beispiel Sparkonten, erwirtschaften in der Regel niedrigere Erträge. Da die Zinsen aber gerade wieder steigen, kann ein festverzinsliches Anlageprodukt genau das Richtige für die Sparziele Ihrer Kinder sein.

Ein diversifiziertes Portfolio ist ein gutes Portfolio, denn es streut Anlagerisiken und erhöht die Renditechancen. Vielleicht möchten Sie also auch die Chancen der Kapitalmärkte nutzen. Hier bietet sich ein Fondssparplan an. Beim Fondssparplan sparen Sie einen monatlich festen Betrag in einen Investmentfonds und erwerben so regelmäßig neue Fondsanteile. Das ist schon ab 25 Euro im Monat möglich und es gibt viele verschiedene Fonds zur Auswahl. Die Zahlung können Sie außerdem jeden Monat anpassen oder aussetzen.

Viele Fondssparpläne sind für einen langen Anlagehorizont ausgelegt und Sie profitieren bei dieser Form der Geldanlage außerdem vom Cost-Average-Effekt: Als Anlegerin oder Anleger kaufen Sie mit Ihrer festen Investitionssumme mehr Anteile, wenn der Kurs gerade niedrig ist und entsprechend weniger Anteile, wenn der Kurs gerade hoch ist. Von günstigen Anteilen kaufen Sie also tendenziell mehr und von teuren Anteilen weniger. Das hat zur Folge, dass der Durchschnittspreis für einen Anteil langfristig sinkt.

Die Geldanlage ggf. anpassen:

Mit dem Älterwerden des Kindes können sich auch die finanziellen Ziele ändern. Passen Sie daher die Geldanlage entsprechend an. In den ersten Jahren mag ein höheres Risiko akzeptabel sein, während später die Sicherheit des Vermögens im Vordergrund stehen könnte. Auch gibt es Trends an den Kapitalmärkten, die sich auf Ihre Sparanlagen auswirken können. So gab es bis vor kurzem für festangelegte Gelder kaum noch Zinsen, während sich diese Produkte jetzt wieder lohnen

Auf den Namen des Kindes sparen

Legen Sie die Sparanlagen auf den Namen des Kindes an. Das hat steuerliche Vorteile, denn so hat auch das Kind einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr frei. Sonst müssten Sie die Erträge aus Kapitalvermögen selbst versteuern. Läuft das Depot oder Konto gleich auf den Namen Ihres Kindes, können Sie trotzdem im Rahmen Ihrer gesetzlichen Vertretungsmacht über die Anlagen verfügen. Mit der Volljährigkeit kann Ihr Kind dann selbst über das Geld verfügen. Beachten Sie aber, dass Kinder, deren Erträge monatlich einen gewissen Betrag übersteigen, nicht mehr kostenlos in der Krankenversicherung der Eltern mitversichert werden können. Und falls Ihr Kind Bafög beantragen möchte, darf auch das Vermögen des Kindes nicht zu hoch sein.

Beziehen Sie Ihre Kinder mit ein

Als Eltern können Sie Ihren Kindern nicht nur dabei helfen, eine finanziell unabhängige Zukunft aufzubauen, sondern ihnen auch den verantwortungsvollen Umgang mit Geld beibringen. Beziehen Sie Ihre Kinder daher von Anfang an mit ein: Lassen Sie sie auf eigene Sparziele hinarbeiten, erklären Sie ihnen den Wert von langfristigem Sparen und zeigen Sie ihnen, wie man kluge finanzielle Entscheidungen trifft.

Auch kleine Aufgaben wie das Führen eines Sparschweins oder eines ersten Girokontos fördern das Verständnis für Geld. So wird die frühzeitige Geldanlage nicht nur ein finanzielles Polster, sondern vor allem eine wertvolle Lektion für die Zukunft.

Fazit

Kinder ins Sparen einzubeziehen, kann nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch eine wichtige Lektion in finanzieller Bildung bieten. Gemeinsam mit Ihren Kindern Sparziele zu setzen und zu erreichen, schafft Ihnen also zum einen ein finanzielles Polster, zum anderen bringt es Ihren Kindern den Wert des Sparens und der langfristigen Planung näher. Und wer weiß, vielleicht sind es genau diese kleinen Schritte, die den Grundstein für die finanzielle Sicherheit Ihrer Kinder oder Enkelkinder legen.

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