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Investieren in Kryptowährungen: Arten, Vor- und Nachteile

Nachdem der Bitcoin vor einigen Jahren die Finanzwelt im Sturm erobert hat, ist es zuletzt etwas ruhiger um die Kryptowährung geworden. Doch bedeutet das, dass der Hype vorbei ist? Wir werfen einen Blick darauf, wie Kryptowährungen funktionieren, welche Arten es gibt und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen.

von Alena Restuccia-Maurer
15. September 2023
Person bedient am Handy einen Online Broker

Wie funktionieren Kryptowährungen?

Bei Kryptowährungen handelt es sich um digitale oder virtuelle Währungen. Sie basieren meist auf der sogenannten Blockchain-Technologie, die durch Kryptografie Transaktionen sicher, dezentral und transparent durchführt. Jede Benutzerin und jeder Benutzer erhält einen privaten Schlüssel, um auf das eigene Kryptowährungsvermögen zuzugreifen und Transaktionen zu autorisieren.

Kryptowährungen operieren in der Regel dezentral, das heißt ohne zentrale Kontrollinstanz wie zum Beispiel Banken oder Regierungen. Das ist deshalb möglich, da die Transaktionen durch die Blockchain-Technologie mittels transparenten Datensätze komplett nachvollziehbar sind. Sogenannte Miner führen die Transaktionen digital durch, indem sie Datensätze auf der Blockchain hinzufügen. Diese Datensätze entstehen durch die Lösung komplexer mathematischer Aufgaben.

Kryptowährungen können auf speziellen Börsen gekauft und wieder verkauft werden.

Welche Kryptowährungen gibt es?

In Deutschland sind neben dem Bitcoin mittlerweile viele andere Kryptowährungen bekannt:

Bitcoin (BTC)

Der Bitcoin (BTC) ist nach wie vor die wohl bekannteste Kryptowährung in Deutschland und weltweit. Für den Bitcoin gibt es die meisten Akzeptanzstellen und auch wer sich nicht mit virtuellen Währungen auskennt, weiß ungefähr, was der Bitcoin ist. Es gibt viele Anbieter und Börsen, wo der Bitcoin gehandelt werden kann.

Litecoin (LTC)

Bei Litecoin (LTC) handelt es sich um eine Kryptowährung, die auf dem Bitcoin und dessen Blockchain-Technologie basiert. Litecoin weist ähnliche Sicherheitsmerkmale und Dezentralisierungseigenschaften wie Bitcoin auf. Der Hauptunterschied liegt darin, dass Transaktionen bei Litecoin viel schneller ablaufen, weil die Technologie die sogenannten Blocks viermal so schnell erstellt wie bei Bitcoin.

Ethereum/Ether (ETH)

Ethereum ist eine dezentrale Blockchain-Plattform, die über eine eigene Kryptowährung namens Ether (ETH) verfügt. Im Gegensatz zu Bitcoin, das hauptsächlich als digitales Zahlungsmittel dient, ist Ethereum speziell für Smart Contracts und dezentrale Anwendungen (dApps) konzipiert.

Ripple (XRP)

Ripple (XRP) ist gleichzeitig eine Kryptowährung und ein Zahlungsnetzwerk. Damit können Unternehmen und Finanzinstitute schnell und kostengünstig internationale Transaktionen durchführen. Der Hauptvorteil liegt auch hier in der Geschwindigkeit, denn diese Transaktionen sind fast in Echtzeit möglich. Um verschiedene Währungen miteinander auszutauschen, werden die Transaktionen in der virtuellen Währung Ripple durchgeführt.

Cardano (ADA)

Cardano (ADA) ist – ähnlich wie Ethereum – eine Kryptowährung mit Blockchain-Plattform, mit der Anwendungen erstellt werden können. Dabei basiert Cardano auf wissenschaftlicher Forschung und einer evidenzbasierten Herangehensweise, denn die Plattform wurde von Expertinnen und Experten und Forschenden unter peer-reviewed Ansätzen entwickelt. Die Plattform soll dadurch besonders robust, skalierbar und sicher sein.

Daneben gibt es noch ein paar weitere Kryptowährungen, die in Deutschland viel gehandelt werden und zunehmend an Bedeutung gewinnen, zum Beispiel IOTA, Stellar, Chainlink oder Tezos.

Was sind die Vorteile von Kryptowährungen?

Dezentralisierung

Kryptowährungen sind unabhängig von Banken oder Regierungen als zentrale Kontrollinstanz. Transaktionen laufen über ein dezentrales System (Blockchain), was Manipulation und Zensur erschwert. Außerdem bleiben Ihre Aktionen anonym.

Schnelle & globale Transaktionen

Mit Kryptowährungen können Sie zu jedem Zeitpunkt Transaktionen tätigen – unabhängig von Banköffnungszeiten oder Währungsumtausch. Auch international können Sie so schnell und eigenständig Käufe oder Verkäufe tätigen.

Niedrigere Transaktionskosten

Im Vergleich zu Banken oder Zahlungsdiensten (z. B. Kreditkarten) können Kryptowährungen günstigere Transaktionsgebühren haben, insbesondere bei internationalen Überweisungen.

Renditechancen

Kryptowährungen erleben regelmäßig Auf- und Abschwünge. Dabei haben einige Anlegerinnen und Anleger in der Vergangenheit bereits große Gewinne durch die Wertsteigerung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen erzielt.

Welche Nachteile haben Kryptowährungen?

Hohe Volatilität

Die extremen Kursschwankungen von Kryptowährungen sind bekannt. So kann es sein, dass Sie in eine Währung investieren und der Kurs dann wieder für mehrere Jahre einbricht. Damit können auch große Verluste einhergehen.

Eingeschränkte Akzeptanz

Nicht alle Unternehmen akzeptieren Kryptowährungen als Zahlungsmittel, was ihre Alltagstauglichkeit begrenzt.

Sicherheitsrisiken & möglicher Betrug

An sich ist die Blockchain-Technologie sehr sicher, nichtsdestotrotz gibt es Sicherheitsrisiken:

  • Hackerangriffe auf Krypto-Börsen und Wallets
  • Verlorene Private Keys (ohne Schlüssel kein Zugriff auf das Geld)
  • Phishing & Scams (z. B. Fake-Investment-Angebote)

Fehlende Regulierung

Viele Länder haben noch keine klaren Gesetze zu Kryptowährungen. Das kann zu rechtlichen Problemen oder plötzlichen Verboten durch den Staat führen.

Keine Rückbuchungen möglich

Transaktionen mit Kryptowährungen sind irreversibel. Falls ein Fehler passiert oder du auf einen Betrug hereinfällst, kannst du dein Geld meist nicht zurückholen.

Wie handle ich mit Kryptowährungen?

Wenn Sie sich für den Handel mit Kryptowährungen interessieren, informieren Sie sich erst zu den verschiedenen Währungen und Plattformen und wägen Sie ab, was Ihre Anlageziele sind und mit welcher Kryptowährung Sie diese Ziele am besten erreichen können. Suchen Sie sich dann eine vertrauenswürdige Börse, an der mit Kryptowährungen gehandelt werden kann. Achten Sie darauf, dass die Börse von Aufsichtsbehörden reguliert wird. Registrieren Sie sich und eröffnen Sie ein Konto, auf das Sie Ihr Geld in Euro einzahlen.

Sicherheit geht vor! Schützen Sie Ihr Konto mit starken Passwörtern, Zwei-Faktor-Authentifizierung und eröffnen Sie eine digitale Geldbörse (Wallet), um die Kryptowährungen sicher zu verwahren und vor Betrug zu schützen. Überwachen Sie die Währungskurse und die Entwicklungen auf dem Kryptowährungsmarkt genau und verfolgen Sie auch, wie aktuelle Nachrichten oder Trends sich auswirken.

Fazit

Kryptowährungen haben durchaus ihre Daseinsberechtigung und werden auch nach Abflachen des Hypes um den Bitcoin in Deutschland viel gehandelt. Sie sind innovativ und bieten neue Möglichkeiten, mit Geld umzugehen. Vorteile sind die sichere Technologie, schnelle Transaktionen und die Dezentralisierung. Allerdings sind die Risiken nicht zu unterschätzen, darunter hohe Volatilität und fehlende Regulierung. Informieren Sie sich gründlich, bevor Sie in Kryptowährungen investieren.

Wenn Sie sich für spekulative Anlageklassen interessieren, spricht nichts dagegen, in Kryptowährungen zu investieren. Achten Sie dabei auf eine ausgewogene Struktur in Ihrer Geldanlage. Setzen Sie niemals nur auf eine Anlageklasse und diversifizieren Sie Ihr Portfolio, indem Sie neben spekulativen Anlageformen wie Kryptowährungen auch auf Assets setzen, die weniger risikobehaftet sind. Eine gut strukturierte Geldanlage sollte immer aus Geldwerten, Substanzwerten und Sachwerten bestehen.

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