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Cost-Average-Effekt: Erklärung, Vorteile & Grenzen

Vielleicht haben Sie schon vom Cost-Average-Effekt oder auch dem Durchschnittskosteneffekt gehört. Häufig ist im Zusammenhang von langfristigen Geldanlagen wie einem Sparplan davon die Rede. Bei einem Sparplan investieren Sie über einen langen Zeitraum immer wieder denselben Betrag in eine Geldanlage, zum Beispiel 50 Euro monatlich in einen Investmentfonds.

von Anna Hauger
16. August 2023
Eine Frau liegt auf einem Sofa mit ihrem Smartphone in den Händen und betrachtet dort aktuelle Aktienkurse

Was ist der Cost-Average-Effekt?

Der Cost-Average-Effekt (auch Durchschnittskosteneffekt) ist eine Anlagestrategie, bei der man regelmäßig einen festen Geldbetrag in eine Investition steckt – unabhängig vom aktuellen Kurs. Dadurch kauft man bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger.

In der Praxis sieht das so aus: Angenommen Sie investieren monatlich 100 € via Sparplan in Aktien oder einen ETF. Ist der Kurs zum Zeitpunkt der Investition hoch ist, bekommen Sie weniger Anteile für Ihr Geld. Sobald der Kurs niedrig ist, bedeutet das im Umkehrschluss, dass Sie für die feste Investitionssumme mehr Anteile bekommen und somit „günstig“ einkaufen.

Langfristig ergibt sich dadurch ein günstigerer Durchschnittspreis, da man über die Zeit zu verschiedenen Kurse einkauft. Der Cost-Average-Effekt ist daher insbesondere für langfristige Investoren profitabel.

Welche Vorteile hat der Cost-Average-Effekt?

Der Cost-Average-Effekt bietet Anlegern mehrere Vorteile, insbesondere wenn sie langfristig Vermögen aufbauen möchten.

Ein großer Vorteil dieser Strategie ist die Risikominimierung. Da regelmäßig ein fester Betrag investiert wird, gleicht sich der Kaufpreis über die Zeit aus, und das Risiko, zum falschen Zeitpunkt eine große Summe zu investieren, wird reduziert.

Ein weiterer Vorteil ist die emotionale Entlastung. Viele Anleger versuchen, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden, was jedoch schwierig und riskant ist. Der Cost-Average-Effekt nimmt diese Unsicherheit aus der Geldanlage, da Investitionen automatisch und unabhängig von Marktschwankungen erfolgen.

Risikominimierung: Sie reduzieren das Risiko, Ihr gesamtes Kapital zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu investieren.

Günstigerer Durchschnittspreis: Bei fallenden Kursen kaufen Sie automatisch mehr Anteile, wodurch Ihr durchschnittlicher Kaufpreis sinkt.

Emotionale Fehler vermeiden: Viele Anleger kaufen bei steigenden Kursen aus Euphorie und verkaufen bei fallenden Kursen aus Panik – der Cost-Average-Effekt verhindert dies durch diszipliniertes, automatisches Investieren.

Ideal für langfristigen Vermögensaufbau: Besonders bei Sparplänen (z. B. in ETFs oder Fonds) ist diese Strategie sehr effektiv.

Was sind die Grenzen der Strategie?

Natürlich stellt der Cost-Average-Effekt keine Garantie für Gewinne aus dem Kapitalmarkt dar. Genau wie bei anderen Anlagestrategien bringt die Investition in Wertpapiere oder Fonds immer auch Risiken mit sich.

Der Cost-Average-Effekt ist nicht in allen Marktphasen die ideale Strategie, denn in längeren Hochphasen verpassen Sie so womöglich Gewinne.

Außerdem hängt es auch von Ihrem persönlichen Anlage-Typ ab, ob diese Anlagestrategie zu Ihnen passt. Wenn Sie Ihr Depot lieber aktiv anpassen und auf Marktentwicklungen reagieren möchten, gibt es spannendere Formen der Geldanlage.

🚫 Kein Schutz vor fallenden Märkten: Wenn die Kurse langfristig sinken, hilft auch der Cost-Average-Effekt nicht.

🚫 Geringere Rendite bei dauerhaft steigenden Märkten: Wenn der Markt kontinuierlich steigt, wäre eine Einmalanlage oft rentabler, weil man von Anfang an vom Kursanstieg profitiert.

🚫 Nicht für alle Anlageklassen geeignet: Bei sehr volatilen oder spekulativen Anlagen (z. B. einzelne Aktien) kann der Effekt weniger gut funktionieren.

Wie am besten starten?

Am einfachsten verfolgen Sie diese Strategie mit einem Sparplan für einen Investmentfonds. Das erfordert kaum Vorwissen und ist schon ab 25 Euro im Monat möglich. Im Gespräch mit Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater legen Sie fest, welche Art von Fonds für Sie in Frage kommen und wie Ihr Risikoprofil aussieht.

Es gibt Investmentfonds für alle möglichen Interessen: nachhaltige Fonds, Immobilienfonds, Fonds mit geringem Risikoprofil oder Fonds mit besonders hohen Renditechancen. Der Sparplan wird ähnlich eingerichtet wie ein Dauerauftrag: Monatlich wird die von Ihnen festgelegte Summe investiert. Dabei können Sie die Summe jederzeit anpassen oder aussetzen.

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